Mitgliederreise ins Reich der Mitte
Interessant, beeindruckend und auch anstrengend fanden die vielen Teilnehmer die erste
VDBUM-Fernfahrt nach Peking in China.
Sein Organisationstalent in Sachen Schulungen, Veranstaltungen und sogar hinsichtlich der
Baumaschinenmesse TiefbauLive hat der VDBUM bereits unter Beweis gestellt.
Jetzt fügen sich in diesen Reigen auch Fernreisen ein. Zumindest ist die vom VDBUM lancierte
Mitgliederreise nach Peking im März dieses Jahres ein voller Erfolg gewesen. 65 Personen,
Mitglieder mit Partner/innen, reisten in die Hauptstadt Chinas. Auf dem Programm stand neben
der Besichtigung der wichtigsten Sehenswürdigkeiten in und um Peking auch ein Fachexkursionstag.
Eine Weltstadt wie Peking in nur acht (respektive sieben) Tagen zu erkunden der Hinflug
dauerte immerhin etwa neun Stunden ist nicht unmöglich, sondern eine Frage der straffen
Organisation und der Fitness der Reisenden.
So ging die erste Besichtigungstour zu einem der vielen Tempel in Peking bereits eine Stunde
nach Ankunft im Hotel los ein Tempo, das über die ganzen Tage beibehalten wurde. Historische
und zugleich monumentale Reiseziele standen an: die Chinesische Mauer, der Kaiserpalast,
vielen bekannt als Verbotene Stadt, der Himmelstempel, die Ming-Gräber, der Sommerpalast des
Kaisers sowie der Lama- und Konfuzius-Tempel.
Doch neben den üblichen Besichtigungszielen, wie sie viele Reiseveranstalter anbieten,
organisierte die GeoTours einen Exkursionstag zu drei ganz besonderen Orten. So ließen die
Beijing Gear Works einen Blick hinter die Kulissen zu.
Das Unternehmen hat sich auf die Produktion von Antriebs- und Getriebetechnik spezialisiert.
Über 1.800 Arbeiter produzieren auf dem 167.000 m2 großen Firmengelände vor allem
Nachbauten sehr bekannter deutscher und europäischer Getriebehersteller. Ein immenser
personeller Aufwand, der allerdings angesichts der etwa 30 Jahre alten englischen
Werkzeugmaschinen als begründet erscheint. Die hier hergestellten Getriebe sind für verschiedene
Einsätze in Baumaschinen und Fahrzeugen bestimmt Bei den bekannten Getriebetypen handelt
es sich um genehmigte Nachbauten von Auslaufmodellen der jeweiligen Hersteller.
Besucht wurde zudem die Beijing Haiguang Instrument Company, die nach eigenen
Angaben führender Hersteller von Analysemesstechnik in China ist. Das Unternehmen hat in
mehr als 30 Jahren seines Bestehens mehr als sieben Patente hervorgebracht. Auch die
Kaderschmiede chinesischer Baukunst durften sich die Besucher aus Deutschland ansehen.
Die Beijing University of Civil Engineering and Architecture, zu Deutsch die Universität für
Bauingenieurwesen und Architektur, gehört zur University Peking, die von Chinesen gerne
als das chinesische Harvard bezeichnet wird. Neben Fachvorträgen wurden diverse
Labor- und Schulungseinrichtungen geöffnet, um eindrucksvoll zu demonstrieren, wie z.B. der
komplizierte Bau des Olympia-Stadions Peking mit Hilfe simultaner Technik geplant wurde.
Da staunten selbst einige der anwesenden Fachleute nicht schlecht, die solche Technik vielleicht
kennen, diese allerdings so noch nicht erlebt haben, schon gar nicht in der geschichtsträchtigen
Kaiserstadt. Die Besichtigung des Nationalstadions Peking, besser bekannt als das Vogelnest,
war hierzu eine sinnvolle Ergänzung und ließ das zuvor theoretisch Gesehene zur Realität werden.
Ebenfalls zur Sportstätten-Tour gehörte der Blaue Würfel, die Olympia-Schwimmhalle.
China ist ein Land voller Schönheiten und Rätsel. So blieb vielen der Besteck-Esser die Nutzung
der Stäbchen zur Nahrungsaufnahme rätselhaft. Auch dank des sehr aufmerksamen und
kompetenten Reisebegleiters ein Chinese, der seit 15 Jahren Deutsch spricht und mit einem
enormen deutschen Wortschatz glänzte wurde jeder satt und erfuhr eine Menge über Land und Leute.
Seine Vergleiche zwischen der europäischen und chinesischen Geschichte waren für alle verständlich
und nachvollziehbar. Dass Peking eine überwältigende Großstadt mit geschätzten 18 Millionen
Menschen ist, versteht sich von selbst. Besonders aufgefallen ist allen Mitreisenden, dass tagsüber
kein einziger Lkw auf Pekings Straßen zu sehen war. Nachgefragt, war zum Erstaunen aller zu erfahren,
dass die gesamte Ver- und Entsorgung nur nachts erfolgt. Das äußerst moderne Straßennetz und
die vielen Grünanlagen sind selbstverständlich der Tatsache geschuldet, dass erst im vergangenen
Jahr die Olympiade in Peking stattfand.
Diese acht Tage, so die einhellige Meinung aller Reisenden, waren zwar anstrengend,
aber doch sehr interessant und bleiben unvergesslich. Sollte der VDBUM wieder ein interessantes
Reiseziel seinen Mitgliedern anbieten, werden die meisten von ihnen wieder auf der Gästeliste stehen.
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