Technik erleben einmal anders
Samstag, 20. Oktober 2007. Trotz kühler und feuchter Witterung treffen sich die
Mitglieder des Stützpunktes Dresden zur Besichtung historischer Baufahrzeuge
der besonderen Art. Ziel ist der Verein „Historische Feldbahnen Dresden“ bei Pirna
in der Sächsischen Schweiz.
Gegründet zu einer Zeit, als auch in der ehemaligen DDR die Feldbahnen als
Transportmittel langsam ausstarben, hatten sich Eisenbahnfreunde das Ziel gesetzt,
diese möglichst betriebsfähig der Nachwelt zu erhalten. Das war in den 80ger Jahren
und als Vereinsdomizil diente ein alter Bauhof im Dresdner Stadtteil Klotzsche.
Inmitten der Wohnbebauung stieß der Fahrbetrieb mit den vorwiegend
dieselgetriebenen Loks auch wegen des Lärms der Motoren und der Wagen
in den 90gern immer mehr auf Kritik.
Hinzu kam, dass durch das Wegbrechen der Grundstoffindustrie Anfang der
90ger viele Unternehmen wie z. B. Ziegeleien schlossen oder die noch
vorhandenen Feldbahnen durch andere Transportträger ersetzten.
Die Vereinsmitglieder konnten in dieser Zeit manche historische Feldbahnlok
sowie Loren und anderes rollendes Material vor dem Hochofen retten. Schnell wurde
der Platz in Klotzsche zu eng. Als Ausweichquartier bot sich das ehemalige
Mineralölwerk in Pirna-Mocketal an. Am Ende eines lang gestreckten Tales,
am Rande des heutigen Nationalparks „Sächsische Schweiz“, wurde in einem
Steinbruch Sandstein abgebaut. Auf dem Gelände dieses Steinbruches wurde
Ende des 2. Weltkrieges eine der dezentralen Produktionsstätten für Kraftstoffe errichtet,
dann verstaatlicht und später von verschiedenen Nutzern u. a. der NVA und der
Bundeswehr betrieben.
Nach dem auch die Bundeswehr kein Interesse an den Gelände mehr hatte,
übernahmen nach gründlicher Beräumung der militärischen Überreste die
Feldbahner das „VEB Mineralölwerk Herrenleite“.
Angesichts der vielen verschiedenen Loktypen wurden für einige Dresdner
VDBUMler Erinnerungen wach. Die Bahnen wurden nicht nur zur Enttrümmerung
von Dresden, sondern auch auf Großbaustellen, in Tongruben, bei der Torfgewinnung
und an anderen Stellen eingesetzt. Nach einem kurzen Vortrag über in die
Entwicklungsgeschichte der Feldbahnen wurden die Lokschuppen geöffnet:
Neben einigen Dampfloks (wegen Ablauf der Kesselfrist derzeit nicht betriebsfähig)
standen Dieselloks aus dem Hause O&K, aber auch NS 1 usw. Es wurde über
Achsfolgen, Steigfähigkeit, Spurweiten diskutiert und von den älteren VDBUMlern
Episoden aus dem Einsatz von Feldbahnen im Bauwesen zum Besten gegeben.
Natürlich durfte eine Fahrt mit einem Feldbahnzug nicht fehlen.
Der kühlen Witterung wurde anschließend im nahen Dorf Wehlen mit Glühwein begegnet.
Nach einer Stärkung ging es in den Nationalpark Sächsische Schweiz.
Abseits der Hauptrouten stiegen wir zunächst hinab in die Uttewalder Gründe,
dann hinauf Richtung Bastei und wieder hinab in die Teufelsschlüchte. Wer dem
Hinweis, eine Taschenlampe mit zu nehmen, gefolgt war, hatte in der Heringshöhle
klare Vorteile.
Alle haben den Weg an Tageslicht wieder gefunden und so ging ein etwas trüber
Herbsttag doch noch ganz nett zu Ende.
Danke an die Organisatoren und den Verein „Historische Feldbahnen Dresden“.
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