Deutsche Technik sichert Lagunenstadt vor Untergang 

Seit vielen Jahren ist bekannt, dass Venedig aufgrund der Lage und der baulichen
Entwicklung von Jahr zu Jahr weiter sinkt. Die Stadt, die fast ausschließlich auf Pfählen
im weichen Untergrund gebaut ist, sinkt permanent um einige Millimeter pro Jahr.
Eine weitere Gefahr für diese Stadt ist die Klimaveränderung, die den Meeresspiegel
durch das Abschmelzen der Pole steigen lässt. Mit unterschiedlichsten Bauwerken
will man Venedig für die Zukunft vor den mehrmals im Jahr auftretenden
Hochwassern schützen. Hier werden an den drei Durchlässen, die zwischen dem
Festland und den Inseln Lido und Malamocco vorhanden sind, durch technisch
hochinteressante Varianten abgeschottet. Sobald erkennbar wird, dass Gefahr
durch Hochwasser besteht, werden überdimensionale Hohlkörper aus Beton, die im
normalen Zustand auf dem Meeresboden liegen, durch Abpumpen des darin
befindlichen Wassers an einseitig befestigten Scharnieren hochgeklappt.
Dadurch wird das Wasser vom Stadtkern Venedigs ferngehalten.
Um den alltäglichen Schifffahrtsverkehr mit Kreuzfahrtschiffen, großen Frachtern
und Tankern sowie die kleinen Fischerboote zu gewährleisten und ungehindert nach
Venedig zu gelangen, sind an den einzelnen Öffnungen Schleusen unterschiedlicher
Größe geplant. Eine Gruppe von VDBUM-Mitgliedern aus dem süddeutschen Raum
hatte Gelegenheit, diese technisch aufwendige Baustelle unter Federführung
des Stützpunktes München zu besichtigen. Das Bauvorhaben (Bauvolumen: ca. 8 bis
10 Mrd. €) wird mit Hilfe anspruchsvoller Technik aus Deutschland ausgeführt.
Im Einzelnen handelt es sich um Rohre, Träger und Spundbohlen aus dem
Hause ThyssenKrupp, Vibratoren unterschiedlichster Größe von ThyssenKrupp GfT
Bautechnik, Beton- und Erdverdichtungsgeräte der Firmen Wacker
und Wirtgen und Hydraulikbagger zur Verladung aus dem Hause Sennebogen. 
Ausführende Firmen sind die vier größten italienischen Unternehmen,
die sich hier zu einem Konsortium
zusammengeschlossen haben.

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